Lerntherapie bei Legasthenie und LRS - Praxis für Systemische Kinder- und Jugendtherapie
 
 
Was versteht man unter systemischer Kinder- und Jugendtherapie?
 
 
Mein Kind kann das noch nicht.
Es traut sich nichts zu.
Immer haut es die anderen.
Es kann nicht fünf Minuten still sitzen.
Es spricht zu wenig.
Es kann sich nicht kontrollieren.
Ständig gibt es Streit und Eskalationen.
Es fällt immer auf.

Diese Liste könnte man unendlich weiter führen. 
Man hört es vom Kindergarten, von den Lehrern, vom Hort.
Auch zu Hause wird es immer schwieriger.

 
Meist steht die ganze Familie unter einem enormen Leidensdruck. Viele Eltern begeben sich in eine Hilflosigkeit, wissen nicht mehr, was sie tun sollen oder wie sie ihrem Kind helfen können. Häufig wird ein "normales" Familienleben unmöglich. Ständige Konflikte und Eskalationen verstärken das Verhalten. Vielleicht hat man den Kontakt zum Kind schon verloren, weil es sich immer mehr zurück zieht.
 
Auslöser für diese und ähnliche Szenarien können sehr vielschichtig sein. Trennung, Krankheit, Tod, Mobbing, aber auch ganz kleine Auslöser, die keiner bemerkt hat, können ein Kind  dazu bringen, auffällig zu werden. 
 
Manchmal reichen die Geburt eines Geschwisterkindes und die damit verbundene veränderte Dynamik innerhalb einer Familie.
 
Sehr häufig ist eine Überforderung in der Schule Grund für die Verhaltensauffälligkeit.

Auch negative Glaubenssätze wie:

"Mich mag eh keiner!"
"Ich kann sowieso nichts!"
"Mama liebt mich nicht,wenn ich nicht gut bin!"
"Ich bin viel zu dick!"
u.ä.
können zu Blockaden führen, die sich manifestieren und zu Auffälligkeiten führen.

 
 
Systemische Sichtweise
 
Auffällige Kinder sind aus Sicht des Systemischen Therapeuten kompetente Kinder, die mit ihren Mitteln versuchen, Lösungen für das Projekt "in der Welt überleben" zu finden.
 
Auffällige Verhaltensweisen und Symptome wie zum Beispiel Hyperaktivität, Rückzug, Aggression, Schulverweigerung, Angst, Essstörungen uvm. versteht der Systemiker als Angebot und Einladung der Kinder, in geeigneter Form auf sie einzugehen und etwas zu verändern.
 
Demnach arbeiten wir in der Therapie nicht daran, das Symptom zu beseitigen, sondern daran die Bedingungen, also die Gründe für die Aufrechterhaltung eines bestimmten Verhaltens so zu verändern, dass das Symptom überflüssig wird.
 
Auch wenn sich Symptome nur bei einem Familienmitglied zeigen, werden zur Lösungsfindung weitere Personen miteinbezogen, da sich innerhalb einer Familie alle Mitglieder mit ihren Verhaltensweisen gegenseitig bedingen (Dynamik im Familiensystem).
 
 
Ziel
 
In der Kinder- und Jugendtherapie werden positive Veränderungen in den Beziehungen und der Kommunikation zwischen den Familienmitgliedern angestrebt. Auch der Blick auf das Leben außerhalb der Familie (Arbeit, Schule, Soziales Netz) ist häufig von Bedeutung.
 
Wichtige Grundsätze für die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sind Ressourcen- und Lösungsorientierung: Alte Muster aufbrechen, Fähigkeiten und Stärken aller Familienmitglieder entdecken und fördern und gemeinsam neue Lösungen entwickeln:
Was hat die Familie? Was braucht die Familie?

Dabei liegt ein wichtiger Schwerpunkt darauf, dass sich sowohl das Kind als auch die Eltern wieder als selbstwirksam erfahren und aus ihrer dem Symptom gegenüber ohnmächtigen Haltung heraus finden.
 
Die Grundhaltung des Therapeuten ist gekennzeichnet durch Wertschätzung, Anerkennung und Allparteilichkeit. Er begleitet den Veränderungsprozess des Kindes und der Familie und wirkt unterstützend ein.
 
In den Therapiestunden werden verschiedene systemische Methoden eingesetzt, die auf die Kinder und Jugendlichen abgestimmt sind.
 
Die Termine werden flexibel gestaltet. Es können Einzelpersonen oder die ganze Familie teilnehmen. Bei Bedarf können auch weitere bedeutsame Personen (z. B Großeltern, Freunde) eingeladen werden.
 
Zwischen den einzelnen Terminen liegt ein individueller zeitlicher Abstand, um Neues ausprobieren zu können.